Wie werden erhöhte Harnsäure und Gicht im Ayurveda behandelt?

In einem vorangegangenen Blog-Artikel ging es um Gelenkbeschwerden im Zusammenhang mit dem Verzehr von Spargel. Ich hatte berichtet, dass Spargel Purine enthält, aus denen wiederum Harnsäure gebildet werden kann.

Gicht

Haben wir zu viel Harnsäure im Körper, dann kann die Krankheit Gicht entstehen. Gicht äußert sich u.a. durch stark schmerzhafte, gerötete und geschwollene Gelenke, vor allem der Zehen und Finger. Oft ist der große Zeh betroffen. Im Verlauf kann es zu Bewegungseinschränkungen und Verformungen der Gelenke kommen. Auch Nierenschäden können durch den Ausfall der Harnsäurekristalle auftreten.

Behandlung von Gicht im Ayurveda

Heute möchte ich Ihnen den ayurvedischen Ansatz bei der Therapie erhöhter Harnsäure und Gicht erläutern.

Ich hatte berichtet, dass es bei erhöhter Harnsäure manchmal auch eine genetische Komponente gibt. Im Ayurveda entspricht das den unterschiedlichen Konstitutionen (Vata, Pitta, Kapha bzw. die sich daraus ergebenden Mischtypen).

Menschen mit erhöhtem „Pitta“ neigen häufiger zu mehr Übersäuerung und erhöhter Harnsäure als andere Konstitutionen. Zudem können sie einen erhöhten Appetit haben, welcher dann evtl. auch noch  auf Fleisch ausgerichtet ist.

Wenn ein erhöhtes „Vata“ hinzu kommt, kann die Harnsäure in den Gelenken auskristallisieren und zu Beschwerden führen. Das ist dann die uns bekannte Gicht. Im Ayurveda wird Gicht als „vatarakta“ bezeichnet, was soviel heißt wie verunreinigtes Blut mit Vata-Einfluss.

Wichtige therapeutische Maßnahmen zur Behandlung der Gicht sind im Ayurveda die Senkung von Pitta und die Blutreinigung. Zusätzlich müssen das Vata ausgeglichen, das „Agni“ (Verdauungsfeuer/ Stoffwechsel)  angeregt sowie das „Ama“ (Stoffwechsel-Schlacken: im Fall von Gicht sind damit die Harnsäure-Kristalle gemeint) beseitigt  werden.

Empfehlungen zur Ernährung bei Gicht aus dem Ayurveda

Reduzieren Sie Ihren Konsum von Fleisch, Wurst, Meeresfrüchten, Eiern, Heringen, Rosenkohl, Spargel, Spinat, Tomaten, Milchprodukten, Hülsenfrüchten und Alkohol (vor allem Bier). 

Essen Sie wenig Saures, Scharfes, Salziges, Frittiertes und Fettiges, verzichten Sie auf Ihnen unverträgliche Nahrungsmittel und nehmen Sie eher Bitteres (siehe meinen Beitrag zum Thema Bitterstoffe) zu sich.

Verzichten Sie bitte ebenfalls auf zu viele Früchte, Fruchtsäfte, Cola und Limo. Diese enthalten alle Fruktose und können die Harnsäure erhöhen.

Mildes Abführen und auch Blutspenden könnten, wenn individuell geeignet, hilfreich sein. Es gibt zudem zahlreiche ayurvedische Kräuter, die helfen, die Harnsäure zu senken, allerdings muss das - wie immer im Ayurveda - auf die persönliche Konstitution angepasst werden.

Viel Wasser trinken

Und wie schon mehrfach geschrieben: Trinken Sie viel (warmes) Wasser!

Ich hoffe, ich konnte mit meinen beiden Artikeln zum Thema erhöhter Harnsäure und Gicht zu ein paar neuen Ideen bezüglich Ihrer Ernährung beitragen!

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Ihre Dr. med. Katja Aschenbrenner aus Berlin