Wissen Sie, wie alt Sie werden?

Rechnen Sie es unbedingt aus!

Im Internet gibt es Tools, mit denen man sich seine eigene Lebenserwartung errechnen kann. Ich möchte Ihnen von meinen Erfahrungen damit berichten.

Ich habe die Webseite des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (https://wie-alt-werde-ich.de/#start) benutzt. Es gibt auch noch viele andere Möglichkeiten, mit denen Sie ähnliche Berechnungen durchführen können. Ich fand es sehr überraschend, die Ergebnisse zu sehen!

Wir unterschätzen unsere Lebenserwartung

Wenn wir darüber nachdenken, wie alt wir werden, sind üblicherweise unsere Eltern und Großeltern der Bezugsrahmen. Wir wissen, wann diese gestorben sind und glauben, selber etwas älter zu werden. Laut Statistischem Bundesamt steigt die Lebenserwartung jährlich um 0,1 Jahre. Bis vor 10 Jahren erhöhte sie sich sogar um 0,2 bis 0,3 Jahre. Innerhalb einer Generation (1991 bis 2016) stieg die Lebenserwartung in Deutschland um sechs (Männer) bzw. gut vier Jahre (Frauen) an. Meist unterschätzen wir dabei die Lebensspanne, die noch vor uns liegt.

Nun zu meinem eigenen Beispiel. Nach Eingabe des Geburtsdatums erfuhr ich, dass die durchschnittliche Lebenserwartung für Frauen meines Jahrgangs bei immerhin 87,6 Jahren, bei Männern bei 82 Jahren liegt. Nun mussten einige Fragen zur Lebenssituation, zum Lebensstil und den Lebensumständen beantwortet werden. Das war sehr spannend! Mit einem Ziffernblatt kann man für jeden einzelnen Faktor erkennen, ob man Lebenszeit hinzugewinnt oder verliert. Es überrascht nicht, dass Alkohol und Zigaretten die größten Räuber von Lebensjahren sind. Aber wussten Sie, dass 25 Zigaretten pro Tag (gegenüber einem Nichtraucher) durchschnittlich 8,2 Lebensjahre und mehr als drei Gläser Alkohol pro Tag (gegenüber 1 Glas pro Woche bzw. kein Alkohol) 5,6 Lebensjahre kosten? Auch Übergewicht, zu wenig Schlaf, wenig sportliche Aktivität und Stress kosten uns wertvolle Lebenszeit. 

Lebensumstände vs. Lebensstil

Natürlich spielen auch soziale, familiäre und genetische Umstände eine große Rolle. So haben z.B. das Einkommen, der Bildungsgrad, der Familienstand, Unfallrisiken im Beruf, die Luftqualität am Wohnort und Erkrankungen in der Familie einen Einfluss auf die Lebenserwartung. Diese Lebensumständen können wir oft weniger gut oder nur sehr langfristig beeinflussen.

 Die oben genannten „Life Style Factors“ haben wir allerdings größtenteils selbst in der Hand! Wenn ich für mein Beispiel die jeweils schlechteste Alternative bei den Lebensstilfaktoren (z. B. Zigaretten, Übergewicht, zu wenig Schlaf usw.) anklicke, würde mich das immerhin 24 Lebensjahre kosten. Und das bezieht sich nur auf die Lebenszeit. Die schlechtere Lebensqualität und eine höhere Krankheitslast kämen noch hinzu.

Vorsorge für ein langes Leben

Ich war erstaunt, dass meine Lebenserwartung bei diesem Rechner mit 97 Jahren angegeben wird. Die Wahrscheinlichkeit, über 100 Jahre alt zu werden, beträgt immerhin 34%. Die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden, war allerdings auch recht hoch: 58%.

Natürlich habe ich mich über die Aussicht auf ein so langes Leben gefreut. Doch was bedeutet das? Und was bedeutet die recht hohe Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden?

Zunächst finde ich es wichtig, sich diese Fakten vor Augen zu führen. Es bedeutet, dass wir auch nach dem üblichen Renteneintritt mit Mitte 60 noch ein Drittel unseres Lebens vor uns haben. Außerdem haben wir es mit unserem Lebensstil in der Hand, ob und in welchem Zustand wir dieses letzte Lebensdrittel erleben dürfen. Auch die finanzielle Vorsorge spielt eine große Rolle für ein lebendiges, langes Leben. Reichen die Ersparnisse neben der Rente für ein gutes Leben, wenn wir 100 Jahre alt werden? Haben wir genug vorgesorgt, wenn wir pflegebedürftig sind? Gerade Frauen haben oft eine beträchtliche Rentenlücke, weil sie wegen der Kinder mit dem Beruf ausgesetzt oder in Teilzeit gearbeitet haben.

Natürlich spiegeln solche Berechnungen zur Lebenserwartung nur durchschnittliche Wahrscheinlichkeiten wider. Individuell kann es im positiven wie negativen Sinne auch anders kommen. Es war mir wichtig, an einem Beispiel konkret darzulegen, dass Lebensstil und Lebensumstände einen sehr großen Einfluss auf unsere Lebenserwartung haben. 

Liebe Leserin, lieber Leser, wissen Sie, wie alt Sie werden? Haben Sie Ihre Lebenserwartung schon einmal ausgerechnet? Wie sorgen Sie für ein lebendiges langes Leben vor?

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Bis zum nächsten Mal!

Ihre Dr. med. Katja Aschenbrenner