Wie wär’s mal mit TOPINAMBUR? Ihre Darmbakterien werden jubeln!

Neulich bestellten wir indisches Essen. Ich dachte, heute nehme ich mal was Neues und studierte die Liste vegetarischer sowie veganer Varianten. Zu meinem Erstaunen stand dort ein Gericht mit Topinambur. Das hatte ich noch nie gegessen! Obwohl es auf dem englischen Handout für meine Patienten zum Thema präbiotische Nahrungsmittel steht (Topinambur heißt auf Englisch „jerusalem artichoke“). 

Beim Essen hat es mich dann fast umgehauen: Das hat so lecker geschmeckt! Es war ein sehr gut gewürztes Curry mit viel klein gehackter, gebratener Zwiebel und Topinambur-Stücken, bei denen ich zuerst an Kartoffeln dachte. Die Konsistenz war jedoch etwas bissiger und der Geschmack ist auch etwas anders. Das Curry war vegan gekocht, so dass ich es auch im Nachgang sehr gut vertragen habe.

Nun kann ich es schon fast nicht mehr erwarten, mir dieses Curry wieder zu bestellen - oder Topinambur mal selbst zu verkochen. Ich habe mich gefragt, ob man das überhaupt bei uns kaufen oder am besten selbst anbauen kann. Vielleicht sind Sie, liebe Leserin und lieber Leser, da schon Topinambur-versierter als ich es bin?

Warum bin ich so begeistert von Topinambur? Es ist total gesund! Es wächst in unseren Breiten, ist pflegeleicht, anspruchslos, kalorienarm, nährstoffhaltig (große Fülle an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen) und ballaststoffreich (u.a. Inulin). Zum Essen wird die Knolle (Wurzelgemüse) der mit der Sonnenblume (schöne gelbe Blüten) verwandten Pflanze, die bis zu drei Meter hoch werden kann, verwendet.

Wie ich gelesen habe, gehörte Topinambur bis ins 18. Jahrhundert zu den Grundnahrungsmitteln in Europa. Danach wurde es von der Kartoffel verdrängt.

Topinambur enthält viel Inulin

Topinambur wird auch als Diabetiker-Kartoffel bezeichnet, denn das enthaltene Inulin (nicht zu verwechseln mit Insulin) wirkt sich nicht auf den Blutzucker-Spiegel aus, d.h. es erhöht ihn nicht. Inulin wird im Dünndarm nicht resorbiert, da dem Menschen das abbauende Enzym (Inulinase) fehlt. 

Unsere Darmbakterien dagegen lieben das Inulin. Ja, sie brauchen Inulin unbedingt, um daraus u.a. Buttersäure herzustellen. Die Buttersäure wiederum wird von unserer Darmschleimhaut dringend für eine gesunde Funktion benötigt. Buttersäure macht uns auch satt. In den Stuhluntersuchungen meiner Patienten sehe ich sehr häufig einen Mangel an Buttersäure. Das könnte zu fehlendem Sättigungsgefühl als auch zu Störungen der Darmschleimhaut führen - bis hin zum „Leaky Gut“ (durchlässiger Darm). Gerade die schleimbildenden Bakterien, die für den Schutz unserer Darmschleimhaut zuständig sind, benötigen Buttersäure für ihre Ernährung.

Inulin ist ein sogenannter löslicher Ballaststoff. Ich empfehle meinen Patienten, stets reichlich Ballaststoffe, mindestens 30-40 Gramm pro Tag, zu sich zu nehmen. In früheren Zeiten aßen die Menschen mindestens 100 Gramm Ballaststoffe täglich. Heute fehlt uns das also! Man unterscheidet zwischen löslichen Ballaststoffen (z.B. Inulin, resistente Stärke, Pektin) und unlöslichen (z.B. Leinsamen, Chiasamen, Weizenkleie). Das hatte ich in einem früheren Blog-Artikel auf meiner Praxis-Webseite schon einmal ausführlich erklärt (https://www.arztpraxis-aschenbrenner.de/praxis-themen/). Ballaststoffe senken auch nachweislich den Blutzucker. 

Ein erhöhter Blutzuckerspiegel ist ein großes Leiden unserer Zeit, das für so viele unserer Alterskrankheiten verantwortlich ist. Wir essen fast alle zu viele und zu häufig Kohlenhydrate. Das kann unseren Blutzucker dauerhaft erhöhen und in der Folge zu Insulinresistenz führen. Ein langfristig erhöhter Blutzuckerspiegel wirkt sich z.B. sehr negativ im Hinblick auf die Entwicklung einer Demenz im Alter aus. Auch das werde ich in einem der nächsten Blog-Artikel genauer erläutern.

Doch nun probieren Sie doch selbst einmal das gesunde Topinambur aus! Falls Sie ein leckeres Rezept für ein Topinambur-Gericht kennen, z.B. soll es leckere Topinambur-Suppen geben, schreiben Sie es doch gern in den Kommentar am Ende des Blogs oder auf die Lebendig Lang Leben Facebook-Seite! (https://www.facebook.com/lebendiglangleben)

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